Mittwoch, 10. August 2016

{Rezension} Bitter Wash Road - Garry Disher

Bitter Wash Road

Bitter Wash Road / übersetzt von Peter Torberg

Kriminalroman
352 Seiten

Verlag: Unionsverlag
Hardcover € 21,95
ebook14,99

Erscheinungsdatum: Februar 2016


Katie, ein Kind mit einem harten kleinen Kern Selbstsicherheit, sah zu ihm auf. "Er ist die Polizei", sagte sie voller Verachtung.




Der Klappentext

 

In der Nähe von Tiverton, einer Kleinstadt in Australiens Nirgendwo, wird ein Mädchen tot am Straßenrand gefunden. Constable Paul Hirschhausen, genannt Hirsch, übernimmt den Fall. Er glaubt nicht an einen Unfall mit Fahrerflucht. Einsam und isoliert durchquert der Constable die unwirtliche Landschaft, vorbei an mageren Schafen, schäbigen Höfen, stellt unbeirrt seine Fragen und lernt eine Kleinstadt kennen, unter deren Oberfläche Enttäuschung und Wut, Rassismus und Sexismus brodeln. Hirsch rüttelt an der trügerischen Stille und wirbelt nicht nur den Staub der ausgedörrten Straßen auf.


Worum geht es also? 

 

Hirsch wurde gerade versetzt und bildet nun eine Ein-Mann-Einheit irgendwo im Nirgendwo Australiens. Wir erfahren relativ schnell, dass er seine Versetzung seinem 'Dreck am Stecken' zu verdanken hat. Seine Kollegen sind nicht gut auf ihn zu sprechen, doch das nimmt er mit bissigem Humor, denn eigentlich hat er gerade andere Sorgen: Ein junges Mädchen wird tot am Straßenrand gefunden. Und während alle anderen an Fahrerflucht glauben, hat Hirsch so seine Zweifel... Im Alleingang macht er sich auf die Suche nach dem Täter und sich damit mehr Feinde denn Freunde.


Meine Meinung

 

Als ich den Klappentext las, dachte ich erst, es seien die Kleinstadtbewohner, mit deren Rassismus und Sexismus unser Hauptcharakter sich herumschlagen muss, doch ich wurde überrascht.
Es waren nämlich die Polizisten, die ihre Macht und ihren Einfluss ausnutzten, um ihre niederen Motive zu befriedigen. Teilweise konnte man nicht fassen, was in deren Reihen abging. Der Roman schürt definitiv eine Abneigung gegen diese Art von Gesetzeshüter und verschaffte mir stellenweise ein Gefühl von Machtlosigkeit. Denn wenn ein Cop dir Böses will, wen rufst du dann?
Mit dieser leisen - oder eher lauten - Gesellschaftskritik trifft Garry Disher den Nerv der Zeit und macht seinen Roman noch lesenswerter.

Von diesem Pluspunkt abgesehen, bietet 'Bitter Wash Road' einen sympathischen und authentischen Protagonisten in einem ausgesprochen spannenden Krimierlebnis, das es sich zu lesen lohnt!

Im Laufe des Romans verfolgen wir im Grunde genommen drei Handlungsstränge, die optimal ineinander verflochten sind. Wir erleben Hirschs privates und berufliches Desaster, machen uns Sorgen um ein Mörderduo auf der Flucht und dürfen uns mit dem in Ungnade gefallenen Constable auf die Suche nach dem Täter begeben, der Melia Donovan überfahren und am Straßenrand liegen gelassen hat.

Neben Constable Hirschhausen, den man schnell zu mögen lernt, wartet der Autor auch mit anderen interessanten Figuren auf, wie etwa die Kinder Katie und Jack, die man zu Anfang kennenlernen darf, und deren Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Garry Disher schreibt und beschreibt interessant und ruhig. Die Spannung im Roman wird vor allem dadurch erzeugt, dass viele Andeutungen gemacht werden. Diese sorgen dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Man will wissen, was genau Hirsch getan hat, um die Häme und Anfeindung zu verdienen. Man ist gespannt, was es mit dem schwarzen Chrysler auf sich hat, der von einem flüchtigen Mörderduo gestohlen und angeblich in Tiverton gesehen wurde. Und man will erfahren, wer Melia Donovan auf dem Gewissen hat.

Sehr stimmungsvoll fand ich auch, wie der Autor Räume und Umgebungen analysiert. Kurz und knapp, mit Sinneseindrücken des Protagonisten geschmückt, die viel Atmosphäre schaffen und einen leicht in das Geschehen eintauchen lassen.

Als sich zum Ende hin alles aufzudröseln beginnt, musste ich alle paar Sätze scharf Luft einziehen, weil ich nicht fassen konnte, wer noch alles unter einer Decke steckte und zu den Bösen gehörte.
Die Handlung ist sehr gut durchdacht und man glaubt gar nicht, wie viele Stränge sich miteinander verknoten ließen, um ein perfekt abgerundetes Ganzes zu ergeben! Einfach richtig spannend, ja fast schon nervenaufreibend, zu lesen!



Ein paar Worte zum Autor


Garry Disher, geboren 1949, wuchs im ländlichen Südaustralien auf. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kriminalromane und Kinderbücher. Seine Bücher sind mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der wichtigste australische Krimipreis, der Ned Kelly Award, zweimal der Deutsche Krimi Preis sowie eine Nominierung für den Booker Prize. Garry Disher lebt an der Südküste von Australien in der Nähe von Melbourne.

 

Im Übrigen ist Garry Disher im November 2016 in Deutschland unterwegs. Die Termine und Orte findet ihr hier *klick*

 



Bewertung und mein Fazit

 

Mit seinem Roman 'Bitter Wash Road' verdient Garry Disher volle 5 Sterne und das Prädikat 'LESENSWERT'! Für mich ein absolutes Highlight!



 

Krimigenuss vom Feinsten! Garry Disher weiß, was er tut, und er tut es gut :D



Vielen Dank an den Unionsverlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung blieb davon unberührt.

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