Montag, 4. November 2019

{Rezension} Der Regisseur - Olivia Kleinknecht

Der Regisseur
Olivia Kleinknecht

Thriller
440 Seiten

Verlag: Eigenverlag
ebook € 0,99 (PREISAKTION!!!)
Taschenbuch € 12,99



Mutiger Thriller, spannende Themen, rasanter Start!





Der Klappentext

 

Die Filmindustrie ist das ideale Jagdgelände für Macht-Erotiker vom Schlage des Vittorio Angelotti. In der flirrenden Sommerhitze Roms inszeniert er nicht nur monströse Filme, sondern manipuliert auch die Wirklichkeit. Er kann alle und alles haben. Da ist Giulia, die aus Verbitterung über die Mühseligkeit ihres Alltags ihren tyrannischen Ehemann umbringen will. Oder die Prostituierte, die sich in seltener Souveränität ihrer Klientel bedient, aber den seelenlosen Sex im Kaufrausch kompensiert. Oder Mia, die als Drehbuchautorin zur Sklavin ihres Auftraggebers wird. Alle werden sie von Vittorio manipuliert. Egomanisch mischt er Leiden und Freuden, Genuss und Schmerz. So wundert es nicht, dass dieser diabolische Don Giovanni nach dem letzten Kick der Selbstbefriedigung sucht und ihn in der Auslöschung eines Menschen zu finden hofft.


Meine Meinung

 

Das Buch beginnt höchstspannend und in einem rasanten Tempo. Die Sichten zwischen mehreren Personen liefern sich einen schnellen Wechsel, der einen sofort in die Geschichte hineinzieht. Da steht der grausame Angelotti zum Beispiel der schüchternen Mia, der unterdrückten Giulia und der Prostituierten, die nur vergessen will, gegenüber ... Er wird einige dieser Leben zerstören, aber diese Frauen bleiben nicht die einzigen Kollateralschäden des Regisseurs und seiner Suche nach dem ultimativen Kick, der ihm das Gefühl von Unsterblichkeit verleihen soll.

Mir hat der Einstieg sehr gut gefallen und es bleibt bis zum letzten Drittel aufregend und spannend, aber dann kommt es mir plötzlich vor, als hätte jemand die Luft rausgelassen. Es wird zu viel nachgedacht, zu viel über Brutalität und deren Sinn diskutiert - in hochgestochenen Worten, die es mir schwer machten, am Ball zu bleiben. Hinzu kommen die Textstellen, die den Film Il Papa beschreiben. Als Film kann ich mir das gut vorstellen, aber im Buch wirkte es seltsam träge.

Dann war da noch der Regisseur an sich. Wie die Autorin sagt, ist er eine sehr schwierige Figur. Und so ist es auch für den Leser nicht leicht, ihn über so weite Strecken zu begleiten. Ich habe nichts gegen die pure Schwärze eines Antihelden, eines Feindes im Buch, aber ich denke, dem Regisseur hätten ein paar kleine Funken Zweifel, ein paar menschliche Anwandlungen gut getan. Besonders im Falle Marco. Dessen Schicksal tut weh und doch nicht weh genug, weil es dem Regisseur nicht weh genug tut. Gewiss kann man sagen: für Angelotti sind alle Liebhaber und Liebhaberinnen nur Spielfiguren, aber es nimmt dem Leser die Möglichkeit, mitzuleiden ... Das war schade.

Ein wirklich höchst vielversprechender Beginn mündete jedoch leider in philosophischen Ausschweifungen, die mich nicht fesseln konnten. Anderen mag es da anders ergehen, also nehmt das Werk einmal in die Hand und schnuppert rein!



Bewertung und mein Fazit

 

Ein Werk mit spannenden Themen, das rasant startet, dann jedoch in philosophischen Ausschweifungen mündet, die mich leider nicht fesseln konnten.


Ein mutiger Thriller der anderen Art!



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