Donnerstag, 11. Oktober 2018

{Rezension} Ein irischer Dorfpolizist - Graham Norton

Ein irischer Dorfpolizist
Graham Norton

Holding / übersetzt von Karolina Fell

Kriminalroman/Roman
336 Seiten

Verlag: Kindler (Rowohlt)
Hardcover € 19,95
ebook € 16,99
Taschenbuch € 12,00 
 
Erscheinungsdatum: 18. August 2017

Es war in der Einwohnerschaft von Duneen weitgehend akzeptiert, dass, sollte ein Verbrechen geschehen und es Sergeant Collins gelingen, den Täter festzunehmen, dieser Verhaftung wohl kaum eine Verfolgung zu Fuß vorausginge.


Der Klappentext

 

Sergeant PJ Collins ist nicht dick, er ist fett. PJ gerät schnell ins Schwitzen und schnell aus der Puste, er hat in dem verschlafenen Kaff Duneen aber zum Glück auch nicht viel zu tun.
Das ändert sich, als bei Schachtarbeiten menschliche Überreste gefunden werden. Im Dorf ahnen alle gleich, wessen Knochen das sein müssen: Tommy Burke, verschwunden vor zwanzig Jahren, genau an dem Tag, an dem sich seine Verlobte und seine Geliebte auf dem Marktplatz prügelten. PJ geht daran, die Frauen zu befragen – beide immer noch unglücklich und ungeliebt. Und begeht dabei einige schwer verzeihliche Fehler. Der aus Cork angereiste Kriminalkommissar hält den Dorfsheriff sowieso für eine Niete.
Doch er irrt sich.


Ein weiterer Einblick (Text auf dem Buchumschlag)


Duneen liegt wirklich am Arsch der Welt, ganz, ganz unten im Süden Irlands. Große Dramen finden in dem schmucken, kleinen Ort nicht statt, und trotzdem könnten viele Leute hier ein bisschen glücklicher sein. Sergeant PJ Collins war nicht immer so dick. Brid Riordan hat früher nicht so viel getrunken. Und auch Evelyn Ross glaubte einmal, ihr Leben könnte einen Sinn haben.

Dann kommt der Tag, an dem auf dem Grund der Burke-Farm Knochen gefunden werden. Menschliche Knochen. Und es ist vorbei mit der Ruhe, für PJ und einige andere in Duneen. Alte Wunden brechen auf, alte Lügen gelangen ans Licht, neue Konflikte entbrennen, und während PJ zum ersten Mal in seiner Karrier einen richtigen Fall zu lösen versucht, überrascht er viele, die ihn zu kennen glaubten - am meisten sich selbst.



Meine Meinung

 

Manche Bücher schaffen es einfach, nicht nur einen Protagonisten zu begleiten, sondern einem das Fühlen und Leben eines ganzen Dorfes, einer ganzen Gemeinschaft näher zu bringen. Graham Norton gelingt es wunderbar, eine fast filmische Atmosphäre zu schaffen, eine Bühne zu bereiten für seine Akteure, denen man vom ersten Moment an nahe steht.
Allen voran natürlich der nicht nur dicke, sondern fette Sergeant PJ Collins, der so liebenswert unbeholfen agiert und dennoch einen echten Bullen in sich trägt, der sich in einem Fall verbeißen kann (wenn auch aus ein bisschen Eigennutz) und diesen zu lösen versucht.

Die Story ist spannend, lud zum Miträtseln ein und überraschte mit vielen stimmigen, aber unerwarteten Wendungen. Wohl durchdacht und höchst authentisch, als hätte der Autor die Geschichte aus der Realtität entnommen.

Die flüssige und bildhafte Sprache machen dieses Buch zu einem besonderen Diamanten. Der schwarze Humor, der einen zum lauten Lachen bringt, gepaart mit dem empathischen Einfühlen in die Charaktere, die alle ihre Lasten und Laster zu tragen haben, sorgen für eine zauberhafte Mischung und lassen einen noch lange über das Buch nachdenken, nachdem man es nach der letzten Seite bedauernd aus der Hand gelegt hat.

Es war auch richtig toll, einmal einen Helden zu erleben, der nicht den gängigen Idealen und Klischees entspricht, sondern seine Schwächen, sein Gewicht und eine große Portion Menschlichkeit mit sich trägt. PJ Collins und ganz Duneen wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Deshalb gibt es eine Leseempfehlung mit einem riesigen Ausrufezeichen von mir!


Ein paar Worte zum Autor


Graham Norton, Schauspieler, Comedian und Talkmaster, ist eine der bekanntesten Fernsehpersönlichkeiten der englischsprachigen Welt. Geboren wurde er in Clondalkin, einem Vorort von Dublin, aufgewachsen ist der Sohn einer protestantischen Familie aber im County Cork im Süden Irlands. Sein erster Roman „Ein irischer Dorfpolizist“ überraschte viele durch seine Wärme und erzählerische Qualität, er avancierte in Irland und Großbritannien zum Bestseller, wurde mit dem Irish Book Award 2016 ausgezeichnet und wird nun auch zu einer Fernsehserie.
„Möglicherweise war es Verschwendung, dass der Mann die ganzen Jahre im Fernsehen war“, schrieb denn auch Bestsellerautor John Boyne in der „Irish Times“.

 



Bewertung und mein Fazit

 

Spannend, authentisch, voll Melancholie und schwarzem Humor! Ein Kriminalroman, der begeistert, und ein Autor, der ein wahnsinniges Können besitzt! Hut ab und unbedingt lesen!


Eine Lektüre, die man nicht aus der Hand legen kann!



Keine Kommentare:

Kommentar posten