Donnerstag, 13. Dezember 2018

{Rezension} Philosophenpunsch - Hermann Bauer

Philosophenpunsch
Hermann Bauer

Band 4 der Wiener Kaffeehauskrimis
Ein Wiener-Weihnachtskrimi
278 Seiten

Verlag: Gmeiner Verlag
ebook € 8,99
Taschenbuch € 10,00
 
Erscheinungsdatum: Juli 2011 / Neuauflage mit diesem weihnachtlichem Cover Oktober 2017

"Geht nur gleich fort! - Oh Freund, wohin? Wo aus?"
"Zur Türe dort! Und in den Schnee hinaus!", fügte Leopold unbarmherzig hinzu.

Leopold wirft zwei arme Hirten aus dem Café Heller


Der Klappentext

 

Weihnachtszeit in Wien. Im Café Heller finden zeitgleich die Weihnachtsfeier der Bekleidungsfirma Frick und die Debatte eines Philosophenzirkels statt. Die ganze Aufmerksamkeit gilt der offenherzigen Veronika Plank, die mit mehreren Männern auf die eine oder andere Weise verbandelt zu sein scheint. Nach einigen Gläsern Punsch kommt es zum Streit und Veronika verlässt das Kaffeehaus. Kurz darauf wird ihre Leiche im frischen Schnee entdeckt, offenbar wurde sie mit einem Schal erwürgt. Ganz klar, dass dieser delikate Fall auch Chefober Leopold nicht kalt lässt …


Meine Meinung

 

Also, DAS war ein wirklich gelungener Krimi! Gleich von der ersten Seite an hat mich die heimelige Kaffeehausatmosphäre in ihren Bann gezogen, weil sie total authentisch und echt beschrieben wurde, sodass ich gar die erste Schale Kaffee riechen konnte, die sich der Oberkellner Leopold aus der Maschine lässt, bevor er morgens das Café Heller aufsperrt und sich mit näselnder Stimme um die Kundschaft kümmert.

"Philosophenpunsch" ist ja der vierte Band der Wiener Kaffeehauskrimis um den guten Leopold, aber es hat meinem Lesevergnügen keinerlei Abbruch getan, dass ich die Vorgänger noch nicht kannte. (Die Betonung liegt auf NOCH, weil ich sie nämlich schon nachbestellt habe *gg*) Man war sofort in der Geschichte und hatte einen guten Überblick.

Der Autor schreibt flüssig, mit kleinen altmodischen, aber irgendwie typisch wienerischen Ausreißern. Sein Wiener Schmäh und Charme kommen gut durch und der bissige Humor lässt einen oft laut auflachen, selbst wenn grad eine Leich' im Schnee liegt.
Die Dialoge und Gespräche, bei denen sich dann auch plötzlich Leute vom Nebentisch einmischen, sind unschlagbar gut geschrieben. Es ist, als wäre man mittendrin und würde lauschen, während man vorgibt, in der Zeitung zu blättern und seine Melange zu trinken.

Der Fall, den Leopold zwischen dem Kampf um ein paar Netsch Trinkgeld und dem Kümmern um die liebe Tante, untersucht, war vielleicht ein wenig übertrieben dargestellt, aber das hat trotzdem super gepasst. Hermann Bauer hat da eine geniale Mischung von "Mundl" und "Sissi" geschrieben - halt bloß in Krimiform und im Kaffeehaus Heller statt beim Mundl daheim oder im Schloss Schönbrunn.

Die Charaktere sind facettenreich und vielfältig. Ich denke da nur an den Inspektor Bollek, Leopolds besten Freund Thomas Korber oder das Muttersöhnchen Franz Jäger. Mein einziger Kritikpunkt sind die Frauen, die vielleicht etwas zu mannstoll sind *lach* Aber darüber kann man bei diesem Lesevergnügen getrost hinwegsehen. Ich will mehr von Leopold!



Ein paar Worte zum Autor




Hermann Bauer wurde 1954 in Wien geboren. 30 wichtige Jahre seines Lebens verbrachte er im Bezirk Floridsdorf. Während seiner Zeit am dortigen Gymnasium begann er, sich für Billard, Tarock und das nahe gelegene Kaffeehaus, das Café Fichtl, zu interessieren, dessen Stammgast er lange blieb. Seit 1983 unterrichtet er Deutsch und Englisch an der BHAK Wien 10. 1993 heiratete er seine Frau Andrea, der zuliebe er seinen Heimatbezirk verließ. Bauers erster Kriminalroman »Fernwehträume« erschien 2008. Diesem folgten zehn weitere Krimis um das fiktive Floridsdorfer Café Heller und seinen neugierigen Oberkellner Leopold. »Mord im Hotel« ist der elfte Kaffeehauskrimi des Autors.




Bewertung und mein Fazit

 

Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus! "Philosophenpunsch" ist ein wirklich gelungener kleiner Krimi mit viel Kaffeehaus-Flair und witzigen Charakteren. Eine tolle Einstimmung auf den Advent, auch wenn meiner sicher etwas ruhiger verlaufen wird, als der vom Leopold.


Ein gelungener Krimi mit Wiener Schmäh und viel Charme!



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