Donnerstag, 19. April 2018

{Blogtour} Die Dorfgemeinschaft in Literatur und Film


Im Rahmen der Blogtour zu dem wundervollen historischen Roman "Teufelsfarbe" von Ivonne Hübner habe ich heute die Ehre, ein wenig mit euch über die Dorfgemeinschaft in Literatur und Film zu plaudern. Im Anschluss an meinen Beitrag gibt es auch noch ein Buch zu gewinnen, also dranbleiben☺️ Anfang Mai kommt dann auch noch meine Rezension zum Buch!


 Hier seht ihr die Übersicht zu unserer Tour - schaut überall mal rein und nehmt an unserer Reise teil! Es gibt viele interessante Beiträge rund um ein wunderbares Buch!



Die Dorfgemeinschaft (vergangener Zeiten)

in Literatur, Film und Realität

 

(Eine kritische Auseinandersetzung)



Der bestmögliche Fall.


Gerade in Zeiten, in denen ein Bauerndorf noch ohne landwirtschaftliche Schwerstmaschinen und derartige Arbeitserleichterungen zurechtkommen und sich so manches Gerät wie einen Pflug oder eine Egge gar teilen musste, wäre der optimale Fall einer gut funktionierenden Dorfgemeinschaft ein Verband aus gegenseitigem Zusammenhalt. Man teilt sich die Arbeit, den Krug in der Pause und das Brot nach getaner Mühe. Man tritt füreinander ein, ist für den anderen da und ist sich gegenseitig eine Stütze ...


Die Realität sieht anders aus.


Doch in Wahrheit ist es oft ganz anders. Es wird gelästert und getratscht, es werden Intrigen geschmiedet und am Stammtisch wird über einen anderen hergezogen, weil der sein Feld nicht ordentlich bestellt oder abweichendeVorstellungen von einem braven Kirchgänger hat.
Auch im Roman "Teufelsfarbe" wird hauptsächlich mit böser Zunge gesprochen und ausgegrenzt. Denn wenn eine Gemeinschaft nur dadurch zusammenhält, dass man sich gegenseitig kontrollieren und lenken will, wird es umso schwieriger, wenn einer aus dem gewohnten Trott ausbricht.
In Zeiten wie dem Mittelalter erschweren Gottesfürchtigkeit und Aberglaube ein Zusammenleben, weil es immer jemanden gibt, der sich nicht mit derartigem Irrsinn im Ohr liegen lässt und fortschrittlicher denkt, als die anderen. Man sagt ja, dass viele Erfinder für ihre Ideen erst ausgelacht wurden, bis sie dann beweisen konnten, dass diese Idee Hand und Fuß hat. Erst einmal ist da der Spott, und dann kommt (im besten Fall) der Erfolg.
Wenn man nun als innovativer Neudenker nicht nur den Spott an sich kleben hat, sondern sich gegen einen Aberglauben stellt, ist man meist "des Teufels". Und Gott bewahre, man ist eine Frau. Dann wird "Hexe" geschrien und der Scheiterhaufen aufgebaut ...


Zwei Beispiele aus Film und Literatur.


https://www.amazon.de/Tann%C3%B6d-Andrea-Maria-Schenkel/dp/3442736730/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1523961213&sr=8-1&keywords=tann%C3%B6d+andrea+maria+schenkel&dpID=51k0bHhOV3L&preST=_SY264_BO1,204,203,200_QL40_&dpSrc=srch
Im düsteren Roman "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel und dem gleichnamigen Film, in dem die Ereignisse um die ungelösten Mordfälle Hinterkaifecks verarbeitet werden, ist es ebenfalls eine Dorfgemeinschaft, deren eingefahrene Ansichten dazu führen, dass eine ganze Familie ins Unglück stürzt. Ein Pfarrer, der den Klingelbeutel mehr liebt, als seine Schäfchen, und sich mit seinen Ansichten zur Weiblichkeit gegen ein hilfesuchendes Mädchen stellt; junge Männer, die erblühende Fraulichkeit schänden wollen; junge Frauen, die lästern und ausgrenzen ... Es wird weggeschaut, statt eingegriffen.



https://www.amazon.de/Das-finstere-Tal-Thomas-Willmann-ebook/dp/B004XYMHEG/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1523961258&sr=1-1&keywords=thomas+willmann+das+finstere+tal
Als weiteres Beispiel möchte ich "Das finstere Tal" von Thomas Willmann nennen, ebenfalls ein Roman mit einer genialen Verfilmung. Hier zeigt sich, dass eine Gemeinschaft nicht einmal direkt gegeneinander arbeiten muss, um sich ins Verderben zu stürzen, sondern nur jemandem hörig sein muss. Das ganze Dorf akzeptiert eine Situation, die eigentlich untragbar ist. Eine minimale Gegenleistung ist der Schutz, den die Leute im Tal vom Oberbauern geboten bekommen, doch was er dafür verlangt, ist der pure Wahnsinn. Unternehmen tut jedoch niemand etwas. Erst ein "Außenstehender" nimmt die Sache in die Hand und bricht den Herdentrieb, wofür man ihm allerdings wenig dankbar ist.



Ein Klischee?

Man kann argumentieren, dass es ein Klischee ist ... Dass ein Buch, in dem man eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft beschreibt, langweilig wäre. Und "Teufelsfarbe", wie auch die anderen Beispiele, hätten natürlich nicht so funktioniert, hätte nicht im Dorf einiges im Argen gelegen. Doch die vielen Hexenprozesse, die in düsterer Vergangenheit abgehalten wurden, sprechen eine andere Sprache. Da wurde angeschwärzt, was das Zeug hielt, geneidet und gehasst. Natürlich gibt es positive Beispiele, vermutlich sogar mehr als negative, aber es zeigt, dass sich eine Gemeinschaft auch sehr schnell gegen einen verschwören kann, wenn man nicht mehr hineinpasst.

Mit diesen Worten möchte ich mich von euch verabschieden und hoffe, ich konnte euch auf alle vorgestellten Bücher und Filme neugierig machen. Vielleicht haben wir Glück und dürfen eines Tages auch "Teufelsfarbe" verfilmt sehen! Bis dahin: Greift zum Buch! Es lohnt sich.



Gewinnt eines von zwei Büchern!

Beantwortet mir in den Kommentaren folgende Frage:

Hast du einen der erwähnten Filme gesehen oder eines jener Bücher gelesen? Wenn ja, wie war dein Eindruck?

Ihr habt bis zum 30. April um 23:59 Uhr Zeit!!!

Die Teilnahmebedingungen:
1. Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Eltern.
2. Es wird keine Haftung für den Postweg übernommen.
3. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
4. Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.
5. Der Versand der Gewinne erfolgt nur nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.
6. Verwendet der Teilnehmer Bildmaterial, so bestätigt er mit der Teilnahme, dass er sämtlich Bildrechte innehat.
6. Der Gewinner ist im Falle eines Gewinns mit namentlicher Nennung auf dem Verlagsblog “Bakerstreet Bibliothek” und Facebookseite  des Dryas Verlags einverstanden.
7. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel gelten die Teilnahmebedingungen als im vollem Umfang akzeptiert.

Kommentare:

  1. Huhu,
    Danke für deinen Beitrag.
    Ich habe weder Bücher gelesen noch die Filme gesehen, aber das werde ich wohl noch nachholen müssen.

    LG Manu

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    1. Liebe Manu!

      Danke für deinen Kommentar :)

      Oh ja, die Bücher/Filme solltest du unbedingt nachholen. Das lohnt sich auf alle Fälle!

      Liebe Grüße!

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  2. Hey ��
    Also die Bücher oder Filme habe ich bis jetzt noch nicht gelesen oder geguckt, aber die hören sich sehr interessant an. Ich glaube ich habe was nachzuholen ��

    LG Nadine

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    1. Liebe Nadine,

      Danke für deinen Kommentar :D

      Ja, ich kann die Bücher und Filme echt nur jedem ans Herz legen.

      "Tannöd" ist allerdings vor allem als Film starker Tobak, muss man sagen - auch und vielleicht gerade weil es auf wahren Begebenheiten beruht. Aber auf jeden Fall sehenswert. Aus demselben Grund :)

      Liebe Grüße!

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  3. Ein ganz toll verfasster Beitrag. Super gefallen hat mir, dass du auch Beispiele aus Filmen anbringst. Im Grunde braucht ja jeder nur in die Firma, in der er arbeitet, zu schauen und man bekommt ein gutes Gefühl dafür wie es in damaligen (und teilweise ja auch noch heute) in den Gemeinden vonstatten ging / geht.

    Liebe Grüße,
    Mo

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    1. Liebe Mo!

      Danke fürs Vorbeischauen und den Kommentar :)

      Ja, da hast du auch wieder Recht. Man sieht es an so kleinen Gemeinschaften und Gesellschaften, die gezwungen sind, miteinander zurechtzukommen. Was mal mehr, mal weniger funktioniert.

      Liebe Grüße!

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  4. Auch diesen Beitrag finde ich toll!
    Ich kenne Tannöd als Buch und auch eine Verfilmung. Irgendwie ziemlich gruselig die ganze Geschichte.
    Aber ist es nicht sehr traurig, dass wir Menschen so miteinander umgehen?
    Die die am lautesten nach Toleranz und Zusammenhalt schreien, sind nachher die, die als erste mit dem Finger auf andere zeigen.
    Hoffentlich werden die "guten Menschen" mal mehr.. :)

    LG
    Rabi

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    1. Liebe Rabi!

      Schön, dass du "Tannöd" kennst. Das scheint vielen noch unbekannt zu sein. Ja, es ist erschreckend, was in der Welt so passiert. Und besonders der Hinterkaifeck-Fall ist schon echt arg.

      Ich kann diese Doppelmoral auch nicht leiden ... Daran sieht man, wie viele Leute sich selbst am nächsten sind.

      Ich hoffe ebenfalls, dass die Leute irgendwann mal lernen, besser miteinander umzugehen.

      Liebe Grüße!

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  5. Hallo,
    ich habe weder die Bücher gelesen noch die Filme gesehen.
    Heutzutage ist es leider immer noch so, dass viel Neid und Missgunst herrscht. Da wird sich die Menschheit wohl nie ändern.
    Viele Grüße
    Carmen

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    1. Liebe Carmen!

      Vielleicht holst du ja noch was nach :D Lohnt sich auf jeden Fall!

      Ja, leider ist das wohl ein menschlicher Zug, den man nicht loswird. Aber persönlich kann man sein Bestes geben!

      Schöne Grüße!

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